Der S.
Kann ich wollen, was ich will?
Kann ich wollen, was ich will?
16. Aug
Für alle Unkundigen oder/bzw./und Nichtwissenden: Das Wort Letzigrund umschreibt den Namen des Fussballstadions in Zürich. Der FC Zürich spielte gegen Bellizona. So an die 9`000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten das über lange Strecken langweilige Match. 2:2 hiess es zum Schluss – Gerecht, so finde ich. Aber während ich dem Gekicke folgte, fiel meine gesteigerte Aufmerksamkeit auf die Behindertenplätze. Klar, auch diese Gruppe will auch teilhaben aber Sport Nummer Eins. Wenn auch nur meist passiv, aber Egal. Dabei sein ist alles. Stichwort: Barrierefreiheit. Dies haben sich die Erbauer des Stadions auf die Fahnen geschrieben und umgesetzt. Jeweils über den Sitzplätzen sind nummerierte “Parkplätze” für Rollies. Gerade gross genug, dass das Gefährt sicher steht und der Nutzer eine gute Sicht auf das Spielfeld hat.
Aber nehmen wir mal folgendes Szenario an: Rollstuhlfahrer A kauft eine Eintrittskarte, welche ihn berechtigt, dass er auf Parkplatz 11 das Spiel verfolgen kann. Nur er hält sich nicht daran und parkt auf Nummer 14. Es dauert nicht lange und der rechtmässige Erwerber von Nummer 14, nennen wir ihn Rollstuhlfahrer B, rollt an. Ein Streit ist vorprogrammiert. Aber wie wird artikuliert? Sagt A zu B, “du stehst auf meinen Platz”? Die Antwort von A müsste logischerweise heissen, “Nein, ich sitze”! Denn mit dem Stehen hat er ja gewissermassen ein Problem. Auch auf den Vorwurf, du sitzt auf meinen Platz, wäre die Antwort “Nein”. Denn B sitzt ja in seinem eigenen Rollstuhl. Ein schwieriges Unterfangen – eigentlich ohne Lösung, oder?
In diesem Sinne …!
Euer S.
06. Aug
Ich widme diesen Text jenen Kids, die des öftern bei uns ein- und ausgehen , ( wenn sie überhauptmal die Erlaubnis von Ihren ehrenwerten Eltern bekommen ) und hoffe, dass vielleicht eines Tages der Punkt kommt, wo sie sich befreien und durchsetzen können.
Meine beiden Kids haben das grosse Flair, sich Freunde anzulachen, die überaus strenge und unsoziale Eltern haben. Vielleicht liegt dies an der Tatsache, dass bei uns Kids sehr willkommen sind und hier in unserer Hütte ein -und ausgehen können, wann immer sie wollen. Unser ockerfarbenes Haus steht vorallem auch den Kids offen. Grad gestern wieder, zwei neuste Erfahrungen der überaus sozialen” Kindererziehung des 21 Jahrhunderts durfte ich hier machen. “
Zum einen hat meine Tochter ( 14 ) ihre beste Freundin einladen wollen, mit uns in Alpamare zum baden zu gehen und mein Sohn ( 12 ) hat seinen liebsten Freund ebenso kontaktiert und mit ihm abgemacht, er solle zu uns kommen und wir dann gingen schwimmen.
Schon während dem Telefongespräch meiner Tochter mit ihrer Freundin, bekam ich wieder den ersten Anflug von Wut und Unverständnis.
Erklärung: ( T ) meine Tochter, ( S ) mein Sohn, ( F ) der/die Freund(in)
Der Wortlaut meiner Tochter am Telefongespräch: ( T ) ” Hi , kannst Du heute abmachen , wir gehen Alpamare, Du kannst mitkommen.” Ihre Freundin: ” Nein ich darf nicht!”. ( T ) ” Wieso nicht? Hast Du Mist gebaut und somit eine Strafe von zu Hause aus?” ( F ) ” Nein, aber ich war schon gestern eine Stunde bei Dir und muss heute zu Hause bleiben.”
( T ) “Aber was machst Du denn den ganzen Tag zu Hause? Lernen oder geht ihr weg?”
( F ) “Nein, ich werde versteckt im Facebook schreiben und sonst machen wir nichts.”
( T ) “Darfst Du vielleicht am Donnertag in einer Woche an meine Übernachtungsparty kommen?”
( F ) “Mal sehen ich denke zwar nicht, ausser es findet bei uns statt, wo meine Mutter alles total unter Kontrolle hat !”
Das enttäuschte Gesicht meiner Tochter kenne ich in diesem Fall schon längst, es wiederholt sich wöchendlich 2 bis 3 Mal und zu erwähnen ist, dass ihre Freundin bald wegzieht in ein anderes Dorf und auch nicht mehr hier zur Schule gehen wird.
Dann mein Sohn an seinen besten Freund: ” Hi , können wir heute abmachen?”
( F ) ” Ja muss mal fragen, ich frage meinen Vater, der erlaubt vielleicht heute mal was, weil er viel Arbeit hat, die Gelegenehit ist günstig.”
( S ) “Wir gehen ins Alpamare, hey Du wolltest doch immer dorthin, heute kannst Du das mal erleben!”
( F ) ” Ja wow, super ich zahl auch alles selber, nehme das Geld aus meinem Kässeli, das merkt eh niemand hier !”
( S ) ” O.k., dann komm doch um 11.30 Uhr zu uns.”
( F ) ” Ja , ich sage einfach wir gingen mit eurem Hund spazieren und helfen Deiner Mutter im Haus.”
( S ) ” Gut, Dein Vater merkt eh nichts.”
( F ) ” Genau hi hi….” Tschüss bis später.”
Zwei solche Telefonate innert 30 Minunten, sind schon Hardcore, da wird frisch und fröhlich gelogen und Geschichten erfunden, damit sich Kids legitime Freiheiten erlügen müssen und meine Kids sind mit dabei und lügen und erfinden mit, damit ihre kurzgehaltenen Freunde mit ihnen abmachen können und dies wohlverstanden, in den jetzigen Sommerferien.
Es gibt genau zwei Varianten, dem entgegen zu steuern: Die eine ist Mitlügen ( derzeit die bessere ) oder aber sich hinzustellen und den Eltern mal gehörig die Meinung zu sagen ,
( wäre eher mein Ding ), mit den Resultat, dass diese Freunde ganz sicherlich nicht mehr hier erscheinen dürfen, was wiederum meinen Kids das Herz brechen würde. Klar meine könnten sich ja neue Freunde suchen, die mehr Freiheiten haben, nur eben diese beiden sind halt die besten Freunde meiner Kids, vielleicht der Grund, weil diese so eigenartige Eltern haben .
Der Freund meines Sohnes, darf nirgends mitfahren, der Vater und die Mutter haben Angst, es könnte was passieren mit dem Auto, deshalb war er auch noch nie im Alpamare, da sind die Rutschen viel zugefährlich, obschon das überhaupt nicht stimmt, denn man darf erst rutschen, wenn die Signalisations-Ampel , bei den Rutschen , auf grün schaltet und dies wird gefilmt, wer sich nicht daran hält, fliegt aus dem Bad. Gut, da diese Eltern nie gehen, können sie dies auch nicht wissen. Auf alle Fälle war der langersehnte Wunsch mal ins Alpamare zu kommen, für diesen Jungen zum Greifen nahe, übrigens sind alle Kids an seiner Schule schon sicherlich mindestens 3 Mal im Alpamare in ihrem jungen Leben gewesen, nur er nicht. Die Enttäuschung war gewaltig als wir da ankamen, denn es hatte so viele Leute, die Warteschlage war so lang, dass es keinen Sinn machte, überhaupt sich anzustellen, denn sie hätten an den Rutschen mindestens eine halbe Stunde warten müssen. Somit neuer Plan: Wir fuhren ( mit dem Auto ) zumTrampolino in Wädenswil, wo die drei dann 2 Stunden hüpften wie die Wahnsinnigen und mit überaus zufriedenen Teengesichtern, das Geschehen im Auto auf der Rückfahrt kommentierten. Mit einem herzlichen Dank an mich von allen, wurde mein Schummeln honoriert. Schlimm, ich muss für die Kids Heimlichkeiten uns herausnehmen, damit diese sich normal bewegen und erleben können. Gut wenn was auskommt, habe ich allen Kids hier klar gesagt, gibts Trubels, aber vorallem werde ich dies mit den Eltern haben und denen ganz gehörig den Kopf waschen. Kids müssen doch tatsächlich lügen, meine lernens so auch noch , damit Eltern ihre Psychose weiterleben können. Und alle dafür möglichen Ursachen haben wir hier schon diskutiert: Sei evl. ein Autounfall schuld, dass der Freund meines Sohnes nicht Autofahren darf : Nein, keine solchen Geschehnisse sind je in jener Familie passiert.
Die Freundin meiner Tochter ist sehr Heuschnupfenallergisch, sie darf mit triefender Nase und hochroten Augen kein nur normales Heuschnupfen -Antiallergikum nehmen, sie soll leiden und Nase putzen und wir geben ihr hier heimlich Medis ( natürliche ) damit sie wenigstes eine Nacht durchschlafen kann. Solche Eltern gehören in den Bau, denen sollte man die Kids wegnehmen. Sie darf mit bald 15 Jahren maximal eine Stunde alle drei Tage mal zu meiner Tochter zu Besuch und ihr Tagebuch wurde auch schon gelesen zu Hause, wo sie ihre verborgenen Träume und ihre Wut, auf diese überaus energische Mutter niederschreibt.
Ja Ihr lieben Vorzeigeeltern, Ihr wollt ja nur angelogen werden und was Ihr da erzieht, sind künftige Rebellen oder tieftraurige Kids, die eines Tages mit Euch gar nichts mehr unternehmen und Euch weiter anlügen bis Ihr im Grab seid und dann vielleicht endlich befreit sind, von eurem Egoismus und eurem freudlosen Dasein. Ich für meinen Teil , werde für diese Kids halt mal weiterschummeln. Moralisch kann ich dies mehr als vertreten…………Denn die Freude trotz allem, die diese Kids dann ausstrahlen nach einer dieser Unternehmungen, ist eben die Gradwanderung zwischen Kinderwünschen und Lügenmärchen.
GC
04. Aug
Geschätzte Mitmenschen
Ich habe schon viele Filme gesehen. Gute, wie schlechte. Daheim, bei Freunden, im Kino oder sonst noch irgendwo. Aber der S wäre nicht der S, wenn er nicht mal was Neues ausprobieren würde. Openair-Kino. Der Name sagt schon alles. Ein Kino mitten in der Prärie unter dem Sternenhimmel, mit dem Riesenvorteil: man/frau kann rauchen. Auch dass Käfer oder anderes auf dem Boden, sprich Wiese, herumkriechendes Insektenvolk Popcorn entsorgen, will ich hier nicht unerwähnt lassen. Gut, es gab kein Popcorn, aber sie hätten es 100% gefressen. Die Atmosphäre, in welcher ich mich der bewegten Bilder stellte, war traumhaft. Die Sterne legten ihr Licht auf den sanft ruhenden Zürichsee und die Häuser an den Ufern spiegelten Leben in die Nacht.
Aber nun zum Film. Der Titel: Der Fürsorger aus dem Jahre 2009 von Lutz Konermanns mit Roeland Wiesnekker in der Hauptrolle – ein Schweizer Film. Ich, eher ein Cineast, welcher Filme der härteren Gangart bevorzugt, war gespannt. In dem Film ging es um den Millionenbetrüger Hanspeter Streit alias Dr. Adler. In den 80er-Jahren hat dieser etliche Leute genarrt und ihnen mit Lügengeschichten und horrenden Gewinnversprechen Millionen aus der Tasche gezogen. Und eben diese Rolle wurde von Wiesnekker brillant in Szene gesetzt. Auch die anderen Darstellerinnen und Darsteller konnten überzeugen. Die Botschaft, die Gültigkeit dieses Films lässt sich mit einem Satz definieren: “Die Lüge ist nichts anderes als die ausser Kontrolle geratene Vorstellung von Wahrheit”.
Also ein gelungener Abend, eine geile und geistig höchst anstrengende Nacht. In diesem Zusammenhang möchte ich mich für die Einladung zu diesem Highlight bedanken: Danke und gerne wieder! Aber das nächstemal mit einer Decke und den Rum lassen wir weg. Nicht den Gin, der war lecker!
In diesem Sinne …!
Euer S.
PS: Während ich diese Zeilen schrieb, tötete ich fünf Fliegen.
27. Jul
Duisburg – eine Stadt mit vielen verschiedenen Gesichtern. Industriekultur und Naherholungsgebiete, kulturelle Attraktionen und sportliche Highlights. Duisburg hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt; das ist kaum zu übersehen. Und dass die Stadt immer noch mitten im Umbruch ist, kann jeder deutlich spüren: Citypalais, Forum und Masterplan verdeutlichen die Dynamik Duisburgs. Das Leben in einer derart aufstrebenden Stadt bietet seinen Bürgern jede Menge Angebote und Möglichkeiten, die ausgeschöpft werden wollen.
Sersen Leute
Ja. Diese Zeilen stammen von der offiziellen, aktuellen Website von Duisburg. Trauer oder eine Art (…wenn überhaupt möglich) Entschuldigung = Fehlanzeige. Warum auch, der Stadtvater weist alle Anschuldigungen zurück. Sein Name: Adolf Sauerland. Parteimitglied der CDU. Der Partei, welche ein grosses C im Namen trägt. C wie christlich. Gut, sein Vorname – dafür kann er nichts. 1955 geboren, also sei mal ausgeschlossen, dass sein Dad für dessen Vorbild Sympathie zeigte und deshalb seinen Sohn diesen Vornamen übertrug. Aber dies schliesse ich hier wie gesagt an dieser Stelle einmal aus.
Ob der Typ Kinder hat, weiss ich nicht. Bin zu faul um zu suchen. Sicherlich hat der welche, als überzeugter Christdemokrat muss er welche haben. Da stellt sich die Frage, was bitte erzählt er diesen. Oder seiner Frau (Nr. 1, 2, oder egal) und seinen Freunden. In diesem Zusammenhang komme ich nochmals auf die Seite der Stadt Duisburg zurück, darin heisst es u. a. in der Rubrik “Oberbürgermeister”: Ist der Oberbürgermeister der Überzeugung, ein Beschluss des Rates, eines Ausschusses oder einer Bezirksvertretung sei rechtswidrig oder gefährde das Wohl der Stadt, kann er diesen Beschluss beanstanden oder ihm widersprechen. Dies hat aufschiebende Wirkung: Der Beschluss kann so lange nicht ausgeführt werden, bis der Rat die Angelegenheit endgültig entschieden hat.
Mensch (..oder auch nicht!) Adolf, da hast du gepennt. 20 Tote. 20 Menschenleben gehen auf dein Konto. Warum? Feigheit! Feigheit zum Wohle der Stadt Duisburg. Der Kulturhauptstadt Europas 2010 – ein Ereignis mit dem sich die Stadt in dieser wirtschaftlichen arg gebeutelten Region Deutschlands ein Zeichen setzen wollte. Das hast du im negativen Sinne erreicht. Hut ab!
Zu lesen ist auch, dass du an den Trauerfeierlichkeiten nicht teilnehmen wirst. Deine Entscheidung! Warum ich dich jetzt persönlich anspreche – ich weiss es nicht. Aber es gefällt mir. Eine Frage: Weisst du was Charakter heisst bzw. bedeutet? Wohl kaum. Erstens Politiker und zweitens Feigling. Aber du hast die Möglichkeit, es zu beweisen, dass auch du einen Funken dieser Eigenschaft aufweist. In deinem Schreibtisch, in der untersten Schublade. Nein! Nicht, die mit den Kinderpornos. Die andere. Ein Stück Metall gepaart mit Mechanik, führt dich zurück auf den Weg. Nur diesen musst und kannst du gehen. Mache es richtig und du hörst nicht mal den Knall.
In diesem Sinne..!
Dein S.
26. Jul
der gute alte Johann Wolfgang von Goethe:
Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht;
Der Abend wiegte schon die Erde
Und an den Bergen hing die Nacht
Schon stand im Nebelkleid die Eiche
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.
Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor;
Die winde schwangen leise Flügel
Umsausten schauerlich mein Ohr
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer
Doch frisch und fröhlich war mein Mut
In meinen Adern welches Feuer!
In meinen Herzen welche Glut!
Dich sah ich, und die milde Freude
Floß von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosafarbenes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich – ihr Götter!
Ich hofft es, ich verdient es nicht!
Doch, ach schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging und du standst und sahst zu Erden
Und sahst mir nach mit nassen Blick:
Und doch welch Glück geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!