Finde die Wahrheit!
Beiträge getaggt mit Geburtstag
ES oder The Castle has Eyes
11. Mrz
Geburtstagsfeiern! Eine meist gesellschaftspolitisch diktierte Veranstaltung, welche dem Zwecke dient, dem Umfeld mitzuteilen, dass man/frau wieder ein Jahr Richtung Tod vollzogen hat. Als positiv ist das Privileg zu werten, dass zumindest der Jubilar selbst bestimmen kann, wer der Feier beiwohnen darf. Falsche Freunde und/oder Teile der verhassten Verwandtschaft können dadurch unberücksichtigt bleiben.
Samstagabend! Ich war zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Den Weg zur Location leuchteten Fackeln aus. Vor dem Haus selbst knisterte ein Feuer in einer verrosteten Blechwanne. Um diese versammelt, die Fraktion der Raucher. Dies deutete bereits darauf hin, dass im Haus Rauchverbot auferlegt wurde. Ein Umstand, welchen ich mit Freude registrierte. Bekannterweise bin ich auch Raucher, aber überfüllte und entsprechend verqualmte Räume sind nicht so mein Ding. Früher JA – heute im gereiften Alter eher NEIN. Ausserdem passte das nächtliche Wetter und eben das Feuer setzte der Aufnahme des Nervengiftes einen romantischen Touch auf. Nachdenklich stimmte mich jedoch die Tatsache, dass aus dem Haus keinerlei Musik drang. Auch lautstarkes Lachen oder der Klang “Glas trifft Glas” war nicht zu hören. Wurde die Geburtstagsfeier aufgrund eines unerwarteten Ereignisses in eine Beerdigungsfeier umgewandelt? Feiert man überhaupt eine Beerdigung? Oder gibt es dafür ein anderes Wort? Egal!
Rein in die gute Stube! Anwesend waren, so meine Schätzung, rund 111 Menschen verteilt auf klassischen Biergarnituren. Der Grund für die kaum vorgenommene Geräuschkulisse war schnell gefunden. Es gab Futter! Fast synchron wurden Gabeln in die geöffneten Münder geschoben. Diesen Umstand verdankte ich, dass mein Erscheinen kaum registriert worden ist. Kein fragender Blick – wer bitte ist das? Zu sehr war man mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Hinten, ganz hinten im Eck fand ich noch einen Platz. Meine Nachbarin, klar, war beim essen. Ich selbst hatte keinen Hunger, trank aber Bier. Augustiner Edelstoff. Beim ersten Schluck wurden Erinnerungen aus meiner Zeit bei der Bundeswehr vor gut 30 Jahren wach. Damals gehörte dieses Bier zum täglichen Brot! Meine Nachbarin führte sich bereits die dritte Portion ein und schob anschliessend einen mit Kartoffelsalat beladenen Teller in meine Richtung. War der für mich oder diente diese Aktion der Vorratshaltung? Punkt 2 stellte sich sieben Minuten später als richtig heraus!
Fertig! Nach dem Essen gab es standesgemäss Alkohol der härteren Sorte. Dazu ging der Jubilar von Tisch zu Tisch. Bewaffnet war er mit eine Flasche, welche mit einer bräunlichen Flüssigkeit gefüllt war. Abgefüllt wurde das Zeug am jeweiligen Tisch in Miniplastikbechern. Diese wurden aber auch nur 5 mm hoch befüllt. Fehlkalkulation beim Einkauf oder einfach nur Geiz? Weder noch! Kaum im Mund entfachte die Flüssigkeit ihre Wirkung – brutale, schonungslose Schärfe! Schlimm. Ganz schlimm! Gerade so am Zäpfchen vorbei, ging’s durch die Speiseröhre in Richtung Magen. Und überall war diese Schärfe zu spüren. Wann hörte diese endlich auf? Weissbrot für die Neutralisation des Giftes wurde gereicht. Nur die Schwachen griffen zu. Wir, die Starken, genossen die Wirkung bis zum bitteren Ende.
Zigarettenpause! Raus an die frische Luft! Ich weiss nicht warum oder wer dafür verantwortlich war. Ich musste lachen. Und zwar nicht im Sinne von Lachen, sondern im Sinne von Brüllen. Dies verstärkte sich noch mehr, als ein “Es” anmerkte, es fühle sich durch meine Art der Gefühlsregung verarscht. “Es” deswegen, da dessen Geschlecht nicht eindeutig definiert werden konnte. Klar, ich versuchte meinem Gegenüber, dem “Es” zu erklären, ich lachte nicht wegen ihm?/ihr? Leider wurde die Glaubwürdigkeit dieser Aktion aber aufgrund weiterer Lachausbrüche nicht gerade untermalt. Alle Erklärungsversuche blieben unverstanden. Nach gefühlten 120 Minuten zog “es” kopfschüttelnd ab. Gäbe es einen Gott, ich hätte ihm gedankt!
Zurück ins Haus! Mit zunehmender Stunde lichteten sich die Reihen. Ein Zeichen für mich, auch die Heimreise anzutreten. Time to say Goodbye, war angesagt! Ein kurzes Dankschön an die Gastgeber und schon war diese Feier Geschichte! Noch eine letzte Zigarette vor der Türe sollte den Abend abschliessen. Bemerkenswert war noch in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass immer noch die gleichen Menschen ums Feuer standen, wie zu dem Zeitpunkt, als ich Teilnehmer der Runde wurde. Selbst deren Position im Kreis entsprach exakt dem wie vor x Stunden. Seltsam!
Nach einem relativ kurzen Heimweg, sammelte ich meine Gedanken über das soeben Erlebte – mit der gleichzeitigen Frage, ob mir dieser Abend etwas gebracht hatte. Und ja, meine lieben Schwestern und Brüder, der Abend war für mich gelungen!
In diesem Sinne … !
Euer S.
Auf gute Freunde
28. Feb
Für eure Anrufe, eMails, SMS und Geschenke möchte ich mich bei euch recht herzlich bedanken.
Ich trinke auf
Auf gute Freunde
Verlorene Liebe
Auf alte Götter
Und auf neue Ziele
Auf den ganz normalen Wahnsinn
Auf das was einmal war
Darauf das alles endet
Und auf ein neues Jahr
In diesem Sinne …!
Euer Stefan
Text: Böhse Onkelz