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Schützt die Bienen!
04. Mai
Liebe Gemeinde der Neuzeit und Anhänger der Vergangenheit
Das Thema ist zwar nicht mehr das Neueste, aber dennoch möchte ich die Zeit nutzen, diesbezüglich mein Statement hierzu abzugeben. Wieder einmal spielte der Mensch Gott, entwickelte ein Pestizid um Nutzpflanzen zu schützen und wer zahlte durch diese Tat drauf: Biene Maja – unsere stets emsige Honigbiene. Deren Bestand ist durch den Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels so stark bedroht, dass dies nun auf die Tagesordnung gesetzt und somit in allen Medien publiziert wurde. Die Chemiker unter euch wissen, dass zig Arten von Pestiziden den Weg aus den Laboren fanden und finden werden. Eines möchte ich aber in diesem Artikel hervorheben. Es handelt sich um eine besonders aggressive Substanz mit dem Namen BALDEX ©. Bevor ich jedoch die Eigenschaften von BALDEX © erläutere, will ich kurz auf die Bedeutung des Wortes Pestizid eingehen. Das Wort stammt, wie so oft, aus dem Lateinischen und setzt sich aus pestis = Geissel, Seuche und caedere = töten zusammen. (Quelle: Wikipedia).
Back to BALDEX ©. Mir liegen bestätigte Informationen vor, dass diese chemische Substanz vor fast 50 Jahren in einem Labor ganz in der Nähe meiner Geburtsstadt entwickelt worden ist. Die Fachwelt war damals begeistert und die beiden Wissenschaftler, welche für BALDEX © verantwortlich waren, wurden entsprechend gefeiert. Doch nach der anfänglichen Euphorie stellte sich bald Ernüchterung ein. Ein Highlight der Substanz, nämlich die eigenständige Entwicklung von einer Art Bewusstsein, konnte nicht mehr kontrolliert werden. BALDEX © entwickelte ein Eigenleben und konnte auch dadurch erreichen, dass es selbstständig für die Erhaltung seiner Art sorgen konnte. Die umgehend erfolgte Sperrung des Produktes durch die Behörden erfolgte zwar, aber BALDEX © war schon zu präsent.
Aber was genau bewirkt BALDEX ©? Und da sind wir wieder bei den Bienen. Bekannterweise zählen deren zuckerhaltigen Ausscheidungsprodukte zu unseren Nahrungsmitteln. Und genau da liegt das Problem. Sollte eine Pflanze von BALDEX © geschädigt worden sein, nimmt das Insekt bei seiner Pollensammlung diese Substanz auf und das kranke Spiel beginnt. Verlierer ist zuerst das Bienenvolk. Beobachtungen zeigten auf, dass ganze Völker Opfer von BALDEX © geworden sind. Da schwer nachzuweisen, wurde diesem Ereignis eingangs wenig Beachtung geschenkt. Verlierer Nummer 2 sind wir. Der Weg vom BALDEX © geschädigten Nektar führt über die Biene direkt auf unser Butterbrot. Lecker!
Neueste Studie haben belegt, dass gerade Kinder eine hohe Anfälligkeit gegenüber BALDEX © aufweisen. So stellte die Universität von Utah fest, dass gerade der Entwicklungsprozess der Eigenständigkeit bei Kindern negativ beeinflusst wird. BALDEX © hemmt den natürlichen Ablauf, dass Kinder sich selbst entwickeln können, so die Studie aus Utah weiter. Der für mich persönlich wichtigste Prozess im Verlauf eines Lebens wird also durch diese chemische Substanz geschädigt. Geht gar nicht!
Was gilt es zu tun? Wie bereits geschrieben, ist die Substanz zu präsent, um ignoriert zu werden. Und auf das biologische Adieu von BALDEX © zu warten, gilt in Hinblick fehlender Informationen bezüglich Haltbarkeit, als nicht erstrebenswert. Bleibt noch der Verzicht auf Honig. Wer jetzt glaubt BALDEX © könnte auch andere Lebensmittel verseuchen, der irrt. Nur unser Honig ist mit dieser Seuche behaftet. Also ist der Verzicht auf diese zuckerhafte Ausscheidung der einzige Ausweg BALDEX © nicht zu begegnen und dessen negativen Auswirkungen vorzubeugen. Alternativen zu Honig gibt es genug auf dem Markt.
Aber auch hier will ich euch den Rat geben, nicht blind und überstürzt durch die überfüllten Regale in den Märkten zu hasten. Wählt weise, besonnen und überlegt. Und glaubt mir, liebe Schwestern und Brüder, ihr werdet finden.
In diesem Sinne …!
Euer S.
ES oder The Castle has Eyes
11. Mrz
Geburtstagsfeiern! Eine meist gesellschaftspolitisch diktierte Veranstaltung, welche dem Zwecke dient, dem Umfeld mitzuteilen, dass man/frau wieder ein Jahr Richtung Tod vollzogen hat. Als positiv ist das Privileg zu werten, dass zumindest der Jubilar selbst bestimmen kann, wer der Feier beiwohnen darf. Falsche Freunde und/oder Teile der verhassten Verwandtschaft können dadurch unberücksichtigt bleiben.
Samstagabend! Ich war zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Den Weg zur Location leuchteten Fackeln aus. Vor dem Haus selbst knisterte ein Feuer in einer verrosteten Blechwanne. Um diese versammelt, die Fraktion der Raucher. Dies deutete bereits darauf hin, dass im Haus Rauchverbot auferlegt wurde. Ein Umstand, welchen ich mit Freude registrierte. Bekannterweise bin ich auch Raucher, aber überfüllte und entsprechend verqualmte Räume sind nicht so mein Ding. Früher JA – heute im gereiften Alter eher NEIN. Ausserdem passte das nächtliche Wetter und eben das Feuer setzte der Aufnahme des Nervengiftes einen romantischen Touch auf. Nachdenklich stimmte mich jedoch die Tatsache, dass aus dem Haus keinerlei Musik drang. Auch lautstarkes Lachen oder der Klang “Glas trifft Glas” war nicht zu hören. Wurde die Geburtstagsfeier aufgrund eines unerwarteten Ereignisses in eine Beerdigungsfeier umgewandelt? Feiert man überhaupt eine Beerdigung? Oder gibt es dafür ein anderes Wort? Egal!
Rein in die gute Stube! Anwesend waren, so meine Schätzung, rund 111 Menschen verteilt auf klassischen Biergarnituren. Der Grund für die kaum vorgenommene Geräuschkulisse war schnell gefunden. Es gab Futter! Fast synchron wurden Gabeln in die geöffneten Münder geschoben. Diesen Umstand verdankte ich, dass mein Erscheinen kaum registriert worden ist. Kein fragender Blick – wer bitte ist das? Zu sehr war man mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Hinten, ganz hinten im Eck fand ich noch einen Platz. Meine Nachbarin, klar, war beim essen. Ich selbst hatte keinen Hunger, trank aber Bier. Augustiner Edelstoff. Beim ersten Schluck wurden Erinnerungen aus meiner Zeit bei der Bundeswehr vor gut 30 Jahren wach. Damals gehörte dieses Bier zum täglichen Brot! Meine Nachbarin führte sich bereits die dritte Portion ein und schob anschliessend einen mit Kartoffelsalat beladenen Teller in meine Richtung. War der für mich oder diente diese Aktion der Vorratshaltung? Punkt 2 stellte sich sieben Minuten später als richtig heraus!
Fertig! Nach dem Essen gab es standesgemäss Alkohol der härteren Sorte. Dazu ging der Jubilar von Tisch zu Tisch. Bewaffnet war er mit eine Flasche, welche mit einer bräunlichen Flüssigkeit gefüllt war. Abgefüllt wurde das Zeug am jeweiligen Tisch in Miniplastikbechern. Diese wurden aber auch nur 5 mm hoch befüllt. Fehlkalkulation beim Einkauf oder einfach nur Geiz? Weder noch! Kaum im Mund entfachte die Flüssigkeit ihre Wirkung – brutale, schonungslose Schärfe! Schlimm. Ganz schlimm! Gerade so am Zäpfchen vorbei, ging’s durch die Speiseröhre in Richtung Magen. Und überall war diese Schärfe zu spüren. Wann hörte diese endlich auf? Weissbrot für die Neutralisation des Giftes wurde gereicht. Nur die Schwachen griffen zu. Wir, die Starken, genossen die Wirkung bis zum bitteren Ende.
Zigarettenpause! Raus an die frische Luft! Ich weiss nicht warum oder wer dafür verantwortlich war. Ich musste lachen. Und zwar nicht im Sinne von Lachen, sondern im Sinne von Brüllen. Dies verstärkte sich noch mehr, als ein “Es” anmerkte, es fühle sich durch meine Art der Gefühlsregung verarscht. “Es” deswegen, da dessen Geschlecht nicht eindeutig definiert werden konnte. Klar, ich versuchte meinem Gegenüber, dem “Es” zu erklären, ich lachte nicht wegen ihm?/ihr? Leider wurde die Glaubwürdigkeit dieser Aktion aber aufgrund weiterer Lachausbrüche nicht gerade untermalt. Alle Erklärungsversuche blieben unverstanden. Nach gefühlten 120 Minuten zog “es” kopfschüttelnd ab. Gäbe es einen Gott, ich hätte ihm gedankt!
Zurück ins Haus! Mit zunehmender Stunde lichteten sich die Reihen. Ein Zeichen für mich, auch die Heimreise anzutreten. Time to say Goodbye, war angesagt! Ein kurzes Dankschön an die Gastgeber und schon war diese Feier Geschichte! Noch eine letzte Zigarette vor der Türe sollte den Abend abschliessen. Bemerkenswert war noch in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass immer noch die gleichen Menschen ums Feuer standen, wie zu dem Zeitpunkt, als ich Teilnehmer der Runde wurde. Selbst deren Position im Kreis entsprach exakt dem wie vor x Stunden. Seltsam!
Nach einem relativ kurzen Heimweg, sammelte ich meine Gedanken über das soeben Erlebte – mit der gleichzeitigen Frage, ob mir dieser Abend etwas gebracht hatte. Und ja, meine lieben Schwestern und Brüder, der Abend war für mich gelungen!
In diesem Sinne … !
Euer S.
Spiegelbilder
13. Jan
Geschätzte Damen
Geschätzte Herren
Heute beschäftigen wir uns mal mit einem unserer fünf Sinne. Dem Sehen. Grundsätzlich lässt sich der Vorgang des Sehens in zwei Bereiche unterteilen. Der physikalische Sehvorgang dient der Aufnahme visueller Reize über unser Auge. Zum anderen entstehen erst Bilder in unserem Kopf, wenn die Sinneseindrücke vom Gehirn interpretiert werden. Würde also diese Auslegung in unserem Gehirn zu lange dauern oder gar fehlerhaft sein, würden wir zwar was sehen, wüssten aber nicht was es ist. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass wir unser Spiegelbild ca. erst ab unseren 18ten Lebensmonat erkennen. Erst ab diesem Zeitpunkt erkennen wir uns selbst. Aber was wir sehen ist nur ein Abbild, welches dadurch entsteht, dass reflektiertes Licht nach dem Reflexionsgesetz seine Parallelität behält. Also wäre es falsch zu sagen, wir sehen uns. Was wir sehen ist eine Projektion unserer selbst. Mehr nicht! Gäbe es einen Spiegel, der uns ermögliche, unser tatsächliches Ich zu sehen, die wenigsten von uns hätten den Mut, sich vor einem solchen zu stellen. Aber momentmal, genauso sehen uns unsere Mitmenschen. Darüber sollten wir ernsthaft mal nachdenken!
Der guten Ordnung halber findet ihr nachstehend einige Ratschläge bezüglich dem Umgang mit Spiegel (Quelle: Wikipedia).
- Wenn man einen Spiegel zerbricht, würde man sieben Jahre lang von Unglück heimgesucht, denn im Spiegel befände sich ein Doppelgänger. Sollte man diesen verletzen, würde er sich rächen. Man könne das Unglück auch abwenden, wenn man die Splitter schwarz färbt oder sie in fließendes Wasser eintaucht.
- Man solle nicht in einen zerbrochenen Spiegel sehen, denn dort sehe man den Teufel. Alternativ könne man seine Energie verlieren, wenn man in den zerbrochenen Spiegel blickt, im schlimmsten Fall stoße einem ein Unglück zu.
- Sollte man einem kleinen Kind den Spiegel zeigen, könne es ängstlich oder oft krank werden.
- Wenn man aus dem Haus geht und feststellt, dass man etwas vergessen hat, solle man in seine Widerspiegelung schauen, sonst würde man auf seinem Weg auf viele Hindernisse treffen.
- Im Hause eines Toten solle man alle Spiegel zuhängen, damit sich seine Seele dort nicht ansiedeln kann und die Lebenden erschreckt.
- Eine Frau dürfe nicht in den Spiegel schauen, wenn sie menstruiert, schwanger ist oder gerade geboren hat, denn in dieser Zeit sehe sie ihr offenes Grab.
- Man solle vor dem Spiegel nichts Böses sagen und auch sich selbst nicht kritisieren, denn er spiegle das Gesagte.
- Man solle sich jeden Morgen vor den Spiegel stellen und ihn darum bitten, alles Böse im Haus zurückzuwerfen und alle, die in dem Haus wohnen, zu beschützen.
- Man könne seine Energie mit Hilfe des Spiegels aufladen, wenn man einige Minuten in seine Augen schaut, und zwar morgens vor Sonnenaufgang oder abends nach Sonnenuntergang. Die Erklärung hierfür ist, dass die Sonne die Energie wie ein Magnet anziehe.
- Im Schlafzimmer solle der Spiegel den Schlafenden möglichst nicht widerspiegeln, sonst würde man unruhig schlafen. Man könne die Spiegel auch während der Nacht zuhängen. Wenn man unruhig schläft, solle man einen großen Spiegel unter das Bett mit der Spiegelseite nach unten legen; er würde alle Einflüsse auf den Schlafenden zurückwerfen.
- Vampiren wurde/wird nachgesagt, dass sie kein Spiegelbild haben.
Die Fotos entstanden in der Schweiz. Genauer gesagt auf einem Teilstück vom „Weg der Schweiz“. In einer geschichtsträchtigen Gegend spaziert man locker dahin und entdeckt in einem Tunnel diese Bilder, auf Stahlblech verewigt. Ich habe keine Ahnung, um welche Personen es sich hier handelt. Gab es sie diese Wirklichkeit oder sind sie Fiktion? Klar könnte ich jetzt googeln und würde wohl auch fündig werden, aber ich will es nicht. Sie werden für mich unbekannt bleiben. Was mir aber bleibt ist die Faszination, welche von diesen 35 Bildern ausgeht. Mit etwas Fantasie habe ich mich sogar auf einem der Fotos (Titelbild) gefunden. Und zwar so, wie ich mich sehe und nicht projektziert. Ich bin überzeugt, dass ihr euch auch mit einem der Bilder identifizieren könnt. Selbsterkenntnis und etwas Fantasie sind diesbezüglich hilfreich.
In diesem Sinne …!
Euer S.
Memento vivere
06. Jan
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger
2013 ist schon wieder rund 136 Stunden alt und ich habe es noch nicht auf die Reihe bekommen, euch ein paar Tipps für das neue Jahr mitzugeben. Dies will ich hiermit nachholen. Zu spät? Nein! Es verbleiben noch rund 8`624 Stunden.
Die Lateiner unter euch, werden bereits die Überschrift übersetzt haben. Gedenke des Lebens! Nicht Memento mori! (Bedenke, dass du sterben wirst!), wobei beide Aussagen fest miteinander verbunden sind. Beide weisen uns auf eine sehr eindringliche Weise darauf hin, dass es irgendwann mal vorbei ist. Was gilt es zu tun? Antwort: Leben! Und zwar im Jetzt und in Bedacht auf die Zukunft. Die Vergangenheit ist vorbei – ein „Es war einmal“ nützt niemanden. Die Zukunft kann, muss aber nicht fremdbestimmt werden. Wir haben unendlich viele Möglichkeit hier mitzureden und das sollte jeder auch wahrnehmen. Schliesslich geht es um das eigene Ich und dessen Weiterentwicklung. Und um diese Weiterentwicklung zu fördern, müssen wir uns Veränderungen stellen. Keine Veränderungen bedeuten Stillstand. Und Stillstand bedeutet Tod. Nur durch Veränderungen nehmen wir überhaupt Zeit war. Wir halten fest: Leben bedeutet auch Mut zu Veränderungen haben. Wie immer die auch aussehen können. Manchmal sind es nur kleine Dinge, welche wir ändern müssen, um uns besser zu fühlen und damit besser zu leben. Aber auch vor grösseren Veränderungen sollten wir keine Angst haben. Klar, es ist immer eine Reise in ein unbekanntes Land. Und viele Faktoren vermögen wir vorab nicht zu erkennen, aber stoppen sollte dies uns nicht. Wie sangen Starship 1987: Nothing’s gonna stop us now! Recht hatten und haben sie!
Aber warum akzeptieren viele Menschen ihren so gehassten IST-Zustand? Warum finden Sie sich damit ab, dass es nun mal so ist, wie es ist? Ich denke Grund Nr. 1 ist das verdammte Geld. Die Angst, dass sich der finanzielle Status zum Negativen hin ändern wird. Grund Nr. 2 ist mit den sozialen Normungen verbunden. Selbstverwirklichung findet in einer grauen Gesellschaft wenige Freunde. Und da wäre noch das eigene, soziale Umfeld. Partner, Freunde und so weiter. Die Ehe, die Partnerschaft, schon lange nicht mehr das, was es sein sollte und trotzdem wird daran festgehalten. Duldung mit gleichzeitiger Selbstaufgabe, bis dass der Tod uns scheidet! Es gibt sicherlich noch zig andere Gründe. Jeder von uns kennt sie und hat sich schon dahinter versteckt, um Veränderungen zu blockieren. Aber damit blockieren wir unser eigenes Ich, das nach Wechsel schreit. Zögern und verzögern machen uns depressiv und noch schlimmer. Wir sind nicht mehr wir selbst. Nur noch eine leere Hülle, der die Freude am Leben fehlt. Fremdgesteuert durchlaufen wir unseren Alltag und irgendwann folgt die Resignation. Und dann ist es meist schon zu spät. Ein kostbares Leben wurde verschwendet.
Ich denke wir müssen uns wieder auf die Herrlichkeit des Lebens mit all seiner einzigartigen Vielfalt rückbesinnen. Wir müssen uns selbst erkennen und uns finden. Im richtigen Moment handeln und dafür gerade stehen. Sich selbst treu sein und sich selbst lieben. Wir alle, jeder von uns, ist einzigartig und wertvoll. Und immer daran denken, das einzige was ihr besitzt, das seid ihr selbst. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und das ist verdammt viel!
Ich wünsche euch, euren Familien, Freunden und wem oder was auch immer, ein tolles Abenteuer 2013. Findet den Mut, euch zu erkennen und handelt entsprechend.
In diesem Sinne …!
Euer S.
Hugo, Thomas, 5 Tauben und ein Weihnachtsbaum
31. Dez
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger
Kulmbach. Meine Geburtsstadt in Oberfranken. Hier lernte ich das Leben kennen. Hier bekam ich zu spüren was siegen, aber auch verlieren heisst. Grundsätzlich habe ich mit dieser Stadt abgeschlossen, trotzdem ist KU immer einen Besuch wert.
Kulmbach. Samstagabend. In vergangenen Tagen war KU für seine Kneipenvielfalt bekannt. Jedes Publikum bekam ein entsprechendes Programm geboten. Nach und nach starb diese Verschiedenartigkeit aus. Heute kann man/frau die Lokalitäten an einer Hand abzählen. Also rein in Kneipe 1. Da ich beschlossen hatte, in dieser Nacht mobil (… im Sinne von Autofahren) zu bleiben, bestellte ich mir -ACHTUNG- einen Hugo. Also einen der In -oder vielleicht schon Outgetränke des Jahres 2012. Die Kneipe war klein und überfüllt, so dass ich meine Bestellung quer durch den Raum aufgeben musste. Sofort waren bemitleidenswerte Blicke der männlichen Besucher auf mich gerichtet. Was das weibliche Publikum dachte, wusste ich nicht. Egal. Der S. wollte seinen ersten Hugo. Und was soll ich euch sagen? Der Geschmack ist wirklich einzigartig! Nicht im Sinne von positiv oder negativ. Es ist einfach ein für mich noch nicht dagewesener Geschmack. Hugo wird wohl nie mein Lieblingsgetränk, aber irgendwann werde ich noch einen trinken. Ich wurde übrigens darüber aufgeklärt, dass das von mir als Basilikum identifizierte grüne Blatt, Minze ist. Danke! Ach, ja. Sollten Polizisten unter den Lesern sein, so kann ich versichern, dass Hugo, das einzige alkoholische Getränk in dieser Nacht blieb. Also blieben alle körperlichen und geistigen Voraussetzungen meinerseits für das Führen eines Kraftfahrzeuges erhalten. Nach Hugo ging es in Kneipe 2.
Meist junges Publikum, ich war aber nicht der Älteste, scharte sich in unterhaltsamer Weise um die Tische und Bänke. Klar, die Bar war auch überfüllt. Aber wo sollten die Leute auch hingehen? Es fehlen Alternativen in KU. Mit Alkoholika ausgestattet auf die Plassenburg fahren und auf die Dächer von Kulmbach blickend die Nacht geniessen? Zwar kalt, weil Winter, aber warum nicht! Back to Kneipe 2. Viele Menschen, aber keine mir bekannten Gesichter. Stopp, da hinten in der Ecke sitzend, erkannte ich eine Person. Konnte es wirklich sein? Sass da hinten wirklich Thomas? Der Thomas, den ich seit gut sieben Jahre nicht mehr gesehen habe? Als sich unsere Augenpaare kreuzten, war die Frage beantwortet. Es war Thomas.
Thomas, einer meiner besten Freunde. Einer mit dem man die Pferde stehlen konnte, die im Weg umher lagen. Sofort kamen wir ins Gespräch. Sofort herrschte Vertrautheit, wie in den alten Tagen. Wir redeten über Gott und die Welt. Nicht nur Vergangenes wurde ausgiebig diskutiert, auch über das Jetzt und Morgen wurde ausgiebig gesprochen. Thomas trank Bier und ich Cola, Fanta, Mineralwasser und Kaffee. Thomas trank und trinkt immer nur Bier. Nie habe ich ihn mit einen anderen Getränk gesehen. Und Thomas war Problemlöser. Mein und uns aller. Seit Leitsatz bezüglich Problemen ist erst Mal abwarten. Vieles löst sich schon im Hintergrund, ohne dass man selbst aktiv werden muss. Half das nicht, analysierte Thomas den Sachverhalt meisterhaft und bot Lösungen an. „Jedes Problem hat eine Lösung, sonst wäre es kein Problem“, so sein Spruch. Manche Lösung benötigt eben mehr Zeit und Zeit, das wissen wir alle, ist relativ. Wichtig ist auch, dass man Probleme nicht miteinander verknüpft. Erst Problem Nr. 1 beseitigen und so weiter. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Kompromisse mein Freund kategorisch ablehnt. „Hier verlieren beide“, so Thomas. Ob der Satz letztendlich von ihm stammt ist sekundär, er lebt danach. Die Stunden vergingen wie im Fluge und bald mussten wir feststellen, dass wir die letzten Gäste waren. Eine ungeduldig blickende Bedienung hinter der Theke war schon mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Bitte zahlen! Wir wollten uns wieder einmal treffen. Wo auch immer! Sieben Jahre sollten nicht nochmal vergehen. Auf meine Frage, wann wir uns denn genau mal wieder treffen wollen, meinte Thomas: Wenn wir uns brauchen! Eine typische, aber geniale Antwort seitens meines Freundes, der kurz danach in die Nacht verschwand. Ich war allein!
Kneipe 2 schloss, auch die anderen hatten schon dicht gemacht. Ich brauchte einen Kaffee! Tankstellen sind eine geniale Erfindung. Sorgen sie doch nicht nur dafür, dass unsere Autos fahren, Nein, sie bitten noch Ware an, welche unsere anderen Bedürfnisse befriedigen. In meinen Fall eben Kaffee. Eine XXL-Tasse bitte, ohne Milch und Zucker geht gar nicht. Das Gebräu mundete vorzüglich, der Blick auf die Uhr verriet 6:37 Uhr. Meine Freundin, die Nacht, musste allmählich dem Morgen weichen. Aber ich bemerkte keinen Übergang, keine Dämmerung. Plötzlich war der Tag da. Hell und kalt! Die Realität. Willkomme uf dr Ärde, würde ein Schweizer sagen. Es seltsames Gefühl! Mit Auto, welches ich gesetzlich noch führen durfte, zurück in die Stadt.
Die Stadt schlief noch. Den Streifzug durch die kalten Strassen und Gassen nutzte ich dazu, die herrliche Nacht gedanklich noch einmal ablaufen zu lassen. Kopfkino! Begegnet ist mir ein Mann auf einem Fahrrad. Dessen Kleidung wies auf eine bevorstehende Polarexpedition hin. Vorne am Lenker war ein Radio montiert. Der Lautsprecher quäkte das Lied eines Radiosenders. Keinerlei Menschen weit und breit. Wo waren denn all die Hundebesitzer? Müssen deren Wauzis nicht morgens um den Block geführt werden? Seltsam! Die fünf Tauben vor mir verscheuchte ich mit einem Fusstritt. Ich hasse Tauben, die Ratten der Lüfte. Obwohl ich aber Ratten mag, aber eben keine fliegenden. Endlich öffnete ein Café, welches mir Nahrungsaufnahme ermöglichte. Dazu eine Zeitung (…keine BILD am Sonntag) und logischerweise wieder Kaffee im XXL-Format. So nach und nach kamen weitere Gäste. Guten Morgen, Kulmbach.
Und was ist mit dem Weihnachtsbaum aus der Überschrift geworden? Das, meine lieben Schwestern und Brüder, das ist eine andere Geschichte.
In diesem Sinne …!
Euer S.