Alea iacta est!

Die Würfel sind gefallen. Eigentlich ist die Entscheidung gefallen, aber Latein kommt immer gut in einer Überschrift an. Im September 2026 geht es, frei dem Motto „Back to the Roots“, in meine Geburtsstadt Kulmbach. Zur Info, wem es interessiert, nachstehend die geografische Lage von Kulmbach.
  • Deutschland | Bayern | Oberfranken
  • Breitengrad 50.1039
  • Längengrad 11.4448
  • GPS Koordinaten 50° 6‘ 14.04 N 11° 26‘ 41.28 E
  • ca. 5578 Kilometer vom Äquator entfernt
  • Entfernung bis zum Nordpol rund 4441 Kilometer
  • Entfernung bis zum Südpol ungefähr 15596 Kilometer
Gestartet wird unmittelbar bei mir Zuhause am Donnerstag, 10.09.2026. Am Freitag, 25.09.2026 werde ich am späten Nachmittag auf dem Marktplatz in Kulmbach eintreffen. Hinter mir liegen dann in Zahlen ausgedrückt
  • 16 Tage
  • 516.4 km
  • rund 6700 Höhenmeter
Durchschnittlich muss ich 32.28 km am Tag laufen. Die kürzeste Etappe beträgt 13.9 km, die längste 49.0 km. Ruhetage sind keine eingeplant. Lauf, Stefan, lauf! Die Route habe ich mir in mühsamer Fleissarbeit selbst zusammengebastelt. Stationen sind
  • Lindenberg 44.8 km
  • Isny 24.7 km
  • Kempten 27.3 km
  • Marktoberdorf 30.6 km
  • Bad Wörishofen 36.8 km
  • Wertachau 25.6 km
  • Augsburg 29.5 km
  • Donauwörth 49.0 km
  • Pappenheim 37.7 km
  • Weissenburg 13.9 km
  • Hiltpoldstein 37.3 km
  • Nürnberg 37.6 km
  • Lauf an der Pegnitz 19.1 km
  • Pottenstein 39.8 km
  • Bayreuth 32.6 km
  • Kulmbach 28.1 km
In diesen Orten habe ich jeweils eine Unterkunft in Form eines Hotels oder einer Pension gebucht. Auch nicht so ganz einfach! In meinen Rucksack kommt nur das Nötigste. Stand heute beträgt das Basisgewicht (ohne Wasser und Verbrauchsgüter) knapp 4 kg. Somit ist sichergestellt, dass zumindest mein Rücken heil aus der Sache rauskommen wird.
Welche Schuhe ist tragen werde, ist noch offen. Normalerweise bin ich mit der Marke „Hoka“ unterwegs. Reinschlüpfen und wohlfühlen. Da ich nur auf befestigten Wegen und Asphalt unterwegs sein werde, ist eine gute, stabile Dämpfung notwendig. Als Modell der Marke, käme der „Bondi“ infrage (= bevorzugte Schreibweise gemäss Duden, wobei „in Frage“ auch korrekt wäre). Leider überzeugt die Haltbarkeit der Sohle nicht wirklich. Bis jetzt trug ist das Modell „Speedgoat“.  Seit 2023 habe ich mittlerweile 5 Paar der „Geschwindigkeitsziege“ durch. Nach rund 400 km ist das Profil und somit die Dämpfung dahin. Würde bedeuten, dass ich am Ziel, die Teile schleudern kann! Bei einem durchschnittlichen Strassenpreis von 180.00 CHF nicht gerade erstrebenswert. Hier bedarf es demnach noch einer Entscheidung.
Logistisch muss auch noch eine Hürde genommen werden. Ich bin ja in Wanderklamotten unterwegs. Aus Gewichtsgründen nur jeweils ein Ersatzteil im Rucksack. Tagsüber getragene Bekleidung wird abends im Hotel gewaschen. Unter Menschen, sprich z.B. zum Abendessen, gehe ich dann mit den Ersatzteilen. Bewährtes Konzept! Wie bereits geschrieben, komme ich am 25.09.2026 in Kulmbach an. Mit dem Zug zurück in die Schweiz geht es aber erst am Montag, 28.09.2026. In der Zwischenzeit habe ich eine Ferienwohnung im Herzen von Bayreuth gebucht. Die Erklärung, warum ich diese Zeit nicht in Kulmbach verbringe, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Vielleicht nur ganz kurz. In Bezug auf Lebensgefühl, Attraktivität, Restaurants, Kneipen und Geschäften ist Bayreuth eine 10/10 und Kulmbach eine 2/10. War schon mal anders, ist aber leider jetzt so und wird sich in Zukunft auch nicht ändern! Was ist aber jetzt die logistische Hürde?
Spätestens ab Freitagabend, 25.09.2026 will ich nicht mehr in Wanderklamotten herumlaufen. Zwei Möglichkeiten gäbe es, diesen Umstand zu erzielen. Ich kaufe mir in Bayreuth komplett neue Klamotten für den „Ausgang“ für die Zeit bis zur Heimreise. Oder ich versende per Post „zivile“ Bekleidung vor meiner Abreise an Freunde in Bayreuth oder auch direkt an die Verwalter der Ferienwohnung. Die Entscheidung wird wohl nach Rücksprache mit meinem Kontostand erfolgen.
Klar, vorstehender Text, ist erstmal graue Theorie. 516.4 km in 16 Tagen stellen höchste Anforderungen an Körper und Geist dar. Soweit bin ich noch nie an einem Stück gelaufen. Spitzenreiter sind bisher 433 km in Norwegen. Auch hier waren es 16 Tage. Jedoch anfangs mit rund 20 kg auf dem Rücken und oftmals abseits von Wegen, ohne jegliche Anbindung an Zivilisation. So gesehen sind die 83.4 Mehr-Kilometer in derselben Zeit durchaus machbar.  Aber ja, meine Füsse, meine Beine werden schmerzen und ich werde verdammt nochmal fluchen, warum ich mir wiedermal das antue. Eine Erklärung kann ich euch nicht geben. Und selbst wenn es eine gäbe, ihr würdet sie nicht verstehen. Und selbst ich, verstehe mich manchmal nicht. Der Wille entscheidet!
Euer Stefan

Schreiben Sie einen Kommentar