Ich habe Lust zum Schreiben. Heute erster Urlaubstag und es regnet. Sitze schreibend auf dem Balkon, ganz schön frisch. Sechs Ferientage liegen vor mir. Es blitzt und donnert. Dann für 9 Tage ins Büro und schwupps, wieder 20 Tage frei. Das arbeitstechnische Jahr endet für mich am 09.12.2026. In der Summe muss ich also noch 57 Tage den Weg nach Gossau SG antreten. Durchaus überschaubar. Drei Dinge muss ich heute noch erledigen. 1. Zigaretten kaufen. 2. Spülmaschine ausräumen und 3. Packen. Ein recht volles Tagesprogramm. Packen, wo für?
Ich fahre morgen für ein paar Tage nach Wetzlar. Wetzlar liegt ca. 70 km nördlich von Frankfurt am Main und hat rund 56`000 Einwohner. Hmmm, und weiter? In dieser Stadt wurde der neue Stern an meinem Himmel geboren. Meine LEICA Q3 erblickte hier das Licht der Welt. Auf der sogenannten LEICA-Welt finden sich ein Museum mit laufenden Ausstellungen (…hoffe, ich kaufe nichts), ein Shop (…hoffe wieder, dass ich nichts kaufe) und ein Hotel mit Restaurant (…lecker essen) und Bar (…ein Gin Tonic geht immer). Des Weiteren hat man Dank grosser Scheiben Einblicke in gewisse Bereiche der Produktion. Muss in den vorstehenden Satz ein Komma? Ich weiss es nicht. Egal! Nächtigen werde ich stilgerecht im Ernst-Leitz-Hotel. Leitz ≠ Leica. **LEI**tz**CA**mera!
Ich überlege gerade, ob ich heimwärts nicht einen Zwischenstopp in Frankfurt mache. Das Bahnhofsviertel dieser Grossstadt bietet bestimmt geniale Möglichkeiten der Strassenfotografie. Klar, nach 10 Minuten ist man die Kamera los, nach 15 Minuten das Handy und den Geldbeutel. Acht Minuten später bemerkt man ein Ziehen im rechten, hinteren Oberschenkel. „Lass es bitte ein Messer und keine Spritze sein!“ Hört sich jetzt nicht so schön an, bedarf also einer Überlegung bzw. Entscheidung. Wenn überhaupt, würde ich auf alle Fälle eine Nacht einplanen. Was wiederum Kosten für ein Hotel mit sich bringen würde. Auf meinem Weg liegt auch Würzburg. Für mich einer der schönsten Städte am Main. Weltoffener als das auch sehr schöne, aber katholische Bamberg. Die Chancen in Würzburg ausgeraubt, gespritzt oder gemessert zu werden, sind ungleich geringer als in Frankfurt. Bietet aber auch nicht so prickelnde Motive!
Habe noch zwei Zigaretten. Wird knapp! Mache mir erstmal einen Kaffee, den Dritten heute. AFK! Away from Keyboard! So eine Scheiss Abkürzung! B2K! Back to Keyboard! Würg!!! Nicht nur einen Kaffee gemacht, sondern auch die Spülmaschine ausgeräumt. Gott, was bin ich fleissig. Kennt ihr das? Ihr räumt die Maschine aus, ordnungsgemäss das untere Fach zuerst, aber dann oben, wartet der Endgegner. Meist so ein Nazi-Plastikteil beherbergt noch eine nicht geringe Menge Wasser und flutet beim ausräumen alles! Und wisst ihr das? Warum hat eine Geschirrspülmaschine kein Fenster? Bei einer Waschmaschine und einem Trockner (schweizerdeutsch: Tumbler) kann man beobachten, was diese Maschinen mit der Wäsche machen. Was also, versteckt die Spülmaschine, vor unseren Augen?
Ach ja, werde dieser Tage noch meine Ausrüstung für die „Back to the Roots“-Tour im September gewichtstechnisch optimieren. Mit 1.5 Litern Wasser sollte ich unter einem Gesamtgewicht von 4 kg kommen. Denke, dass bekomme ich hin. Ich freue mich schon auf diese Herausforderung. Ein besonderer Augenmerk liegt auf der mentalen Disziplin meinerseits. Ich laufe rund 516 km durch eine hochzivilisierte Gegend. Natürlich bezogen auf die Infrastruktur und nicht auf die Bewohner einer solchen. Sinkt die mentale Disziplin ist man dazu geneigt, das ein oder andere öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Man cheatet und redet sich dann, das auch noch schön. Bei den 413 km durch Norwegen war das anders. Cheaten unmöglich. Da war nichts! Dementsprechend wird die Tour im September geistig herausfordender. Bin mal gespannt. Meine LEICA Q3 werde ich übrigens nicht mitnehmen. Aber rund vier Wochen alleine daheim im Regal, muss/darf nicht sein. Ich werde Sie einer Pflegefamilie anvertrauen!
Euer Stefan

Schreiben Sie einen Kommentar
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.